Geldwäschereibekämpfung (AML) ist für Schweizer Finanzintermediäre kein Nebenschauplatz, sondern gesetzliche Pflicht – geregelt im Geldwäschereigesetz (GwG). Dieser Leitfaden bündelt alles Wesentliche: Wer unterstellt ist, wie der SRO-Anschluss funktioniert, welche Sorgfaltspflichten gelten, was Compliance kostet – und welche regulatorischen Änderungen 2026 anstehen. Jeder Abschnitt verweist auf einen vertiefenden Fachartikel.
Die Themen dieses Leitfadens
Sieben vertiefende Artikel decken die wichtigsten Bausteine der AML/GwG-Compliance ab:
1. Die Grundlagen: GwG und der risikobasierte Ansatz
Das Geldwäschereigesetz (GwG) verpflichtet Finanzintermediäre, die Herkunft von Vermögenswerten zu prüfen, ihre Kundinnen und Kunden zu kennen und Verdachtsfälle zu melden. Kern ist der risikobasierte Ansatz: Je höher das Geldwäschereirisiko einer Geschäftsbeziehung, desto intensiver die Abklärungs- und Dokumentationspflichten. Die Schweiz setzt dabei auf gelenkte Selbstregulierung – die FINMA beaufsichtigt anerkannte Selbstregulierungsorganisationen (SRO), die ihrerseits die Finanzintermediäre kontrollieren.
2. Wer ist unterstellt? Von Finanzintermediären bis Berater
Unterstellt ist, wer berufsmässig fremde Vermögenswerte annimmt, aufbewahrt oder über sie verfügt (Art. 2 Abs. 3 GwG) – vom Zahlungsdienstleister über Krypto-Börsen bis zum Vermögensverwalter. Neu ab 2026 kommen bestimmte Beratungstätigkeiten hinzu: Treuhänder, Anwälte, Notare, Immobilienmakler und Domizilanbieter, die bei Immobilientransaktionen oder der Strukturierung von Gesellschaften mitwirken.
→ Vertiefung: GwG-Revision 2026: Was Berater & Treuhänder jetzt wissen müssen
3. Der SRO-Anschluss: Pflicht und erster Schritt
Berufsmässige Finanzintermediäre müssen sich einer der 11 FINMA-anerkannten SRO anschliessen – seit 2020 gibt es keine FINMA-Direktaufsicht als Alternative mehr. Die richtige SRO-Wahl hängt von Branche, Geschäftsmodell und Kundensegment ab; die Kosten liegen im ersten Jahr typischerweise bei CHF 7'000–9'000.
→ Vertiefung: SRO-Registrierung in der Schweiz: Der komplette Guide
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Standortbestimmung buchen4. Sorgfaltspflichten, KYC und wirtschaftlich Berechtigte
Das Herzstück der laufenden Compliance: Identifizierung der Vertragspartei, Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person (UBO), Abklärung von Hintergrund und Zweck risikobehafteter Transaktionen sowie lückenlose Dokumentation. Gerade die UBO-Feststellung wird bei verschachtelten Strukturen – Holdings, Trusts, Nominees, Stiftungen – schnell anspruchsvoll.
→ Vertiefung: UBO-Identifikation: Die 5 schwierigsten Fälle
5. Was Compliance kostet – und wie es effizienter geht
AML-Compliance bindet Ressourcen: Personal, Tools, Prüfungen, Schulungen. Wer die Kostentreiber kennt, kann gezielt gegensteuern – durch klare Prozesse, Automatisierung und die richtige Arbeitsteilung zwischen interner Verantwortung und ausgelagerter Expertise.
→ Vertiefung: Warum AML-Compliance so viele Ressourcen frisst – und was Sie dagegen tun können
6. Datenschutz: AVV und das nDSG
KYC- und Screening-Prozesse verarbeiten sensible Personendaten – oft über externe Dienstleister. Das revidierte Datenschutzgesetz (nDSG) verlangt dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Datenschutz und GwG-Compliance müssen zusammengedacht werden.
→ Vertiefung: AVV: Warum Finanzintermediäre einen Auftragsverarbeitungsvertrag brauchen
7. Schweiz im internationalen Kontext: GwG vs. EU
Die Schweizer Regulierung entwickelt sich nicht im Vakuum. Das EU-AML-Paket mit der neuen Behörde AMLA, das EU-Transparenzregister und die FATF-Standards setzen den Rahmen, an dem sich auch die Schweiz orientiert – inklusive des neuen eidgenössischen Transparenzregisters (TJPG).
→ Vertiefung: GwG vs. EU-AMLA – Die 5 grössten Unterschiede · Beneficial Ownership Register – EU vs. Schweiz
8. Von der Pflicht zur Praxis: Dokumente und Tools
Compliance lebt von gelebten Prozessen, nicht von Papier für die Schublade. Die Grundausstattung umfasst eine schriftliche AML-Risikoanalyse, interne GwG-Weisungen, KYC-Checklisten und – bei Bedarf – ein Tool zur Erfassung wirtschaftlich Berechtigter. Fertige, SRO-konforme Vorlagen beschleunigen den Aufbau erheblich.
→ Praxis-Tools: AML-Dokumentenpaket · Transparenzregister-Tool (TJPG)
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Von der SRO-Registrierung über Risikoanalyse und Weisungen bis zur laufenden Betreuung: Wir begleiten Finanzintermediäre, Fintechs und Treuhänder durch die gesamte GwG-Compliance. 8+ Jahre Erfahrung, persönlich und effizient.
Jetzt kostenloses Beratungsgespräch buchenHinweis: Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Massgeblich sind die jeweils geltenden Gesetzes- und Verordnungstexte. Stand: Juni 2026.